237: Rififi (1955)

Wer mich kennt, weiß, dass ich alten Filmen nicht abgeneigt bin. Tatsächlich ist mein Lieblingsfilm auch deutlich älter als ich selbst aber bei diesem Film reicht ein Wort um ihn zu beschreiben eigentlich völlig aus: Furchtbar.

Die Handlung ist zäh und langweilig, am Ende sind alle tot und keiner hat was gewonnen. Ein Drama, mit der Moralkeule am Ende könnte man meinen. Der ganze Film schwankt zwischen endloser Langeweile und Aufregmomenten, die mit der damaligen Zeit zu tun haben. Im Film kommen oft Frauenfiguren vor, doch keine spielt eine tragende Rolle. Im Prinzip bräuchte man für die Handlung des Films nicht eine Szene mit einer Frau und doch kommen sie recht häufig vor. Um Männer zu bespaßen, zu verhätscheln und vor allem und am wichtigsten so scheint es, sich ihnen zu beugen und gehorchen. Natürlich spielt dieser Film in einer anderen Zeit aber doch waren diese Szenen nur schwer zu ertragen. Bei mir kam das Gefühl auf, dass diese Szenen nur in den Film eingebaut wurden, um die Frauen im Kino an ihren Platz vor dem Herd, leise, folgsam und ohne Meinung, zu erinnern. Denn wie wir im Film gesehen haben, hat es Frau gefälligst hinzunehmen, wenn sie vom Ehemann eins mit dem Gürtel verpasst bekommt.

Ein Juwelenraub, der sich so in die Länge zieht, diese unsäglichen Szenen, gepaart mit einem Fünkchen Rassismus und der Moralkeule am Schluss, dass Verbrecher immer Sterben am Ende, hat mich ermüdet, gelangweilt und sauer gemacht.

Als einzig positiver Punkt fällt mir die Musik ein aber auch nur die, wo keine Frau zur Belustigung der Männer singt – die war nämlich eher grottig. Eine Punktwertung fällt mir schwer, weil ich diesen Film abstoßend und langweilig fand. Zu der damaligen Zeit, war er sicherlich gute Unterhaltung, weil das Angebot auch deutlich begrenzter war und auch das Frauenbild hat sich glücklicherweise verändert. Ich kann es nicht verstehen, dass dieser Film noch immer unter den Top 250 Filmen sein soll. Haben wir in fast 70 Jahren wirklich nur so wenig gute Filme produziert?

Für die Musik gibt es einen Punkt, mehr ist bei allem Verständnis für die Zeit und das damalige Frauenbild einfach nicht drin.

Mein Apell an euch: Schaut ihn nicht! Er ist absolut verschwendete Lebenszeit. Die Dialoge sind langweilig und der Twist am Ende reißt so gar nichts heraus. Dieser Film hat es definitiv in meiner Rangliste der schlechtesten Filme jemals in die oberen Ränge geschafft.

Wie der Mann dieses Fiasko fand und ob ich vielleicht zu hart mit dem Film ins Gericht gehe, lest ihr hier.

Ich hoffe wirklich, wirklich, wirklich dass bald mal wieder ein Film dran ist, den ich empfehlen kann. Ein gutes Drama, eine schöne Romanze, ein Thriller, das Genre ist mir dabei ganz egal. Aber ein Film, der nicht Kopfschmerzen verursacht, dürfte wohl nicht zu viel verlangt sein.

Hätte ich geahnt, dass dieser Film so ist, wie er ist, wäre er definitiv eines meiner beiden Vetos wert gewesen.

Ein Kommentar zu „237: Rififi (1955)

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