243: The Invisible Guest (2016)

Ein Krimi… Sind wir mal ehrlich: bei kaum einem anderen Genre ist die Qualitätsspanne so groß. Vom absolut vorhersehbaren, langweiligen kaugummiartigen Müll bis zum absoluten Meisterwerk, nach dessen Genuss man keine Fingernägel mehr hat, kann alles dabei sein.

Betrug, Verrat, Mord, Erpressung… Material, die das einen Film spannend machen könnte. Schöne Landschaften, ein absolut unsympathischer Hauptprotagonist, wo man hofft, dass er es war und am Ende zwar überrascht wird aber nicht aufgrund des Mörders.

Der spanische Film ist derzeit bei Netflix verfügbar und 1h 47min lang. Bei imdb ist er mit slowburn getaggt, was man nachvollziehen kann, fühlt er sich doch die ersten 90min wie ein simpler, zäher Tatort an und das obwohl die Ermittler nur Nebenrollen darstellen. Die Geschichte wirkt bis dahin zäh, beliebig aber doch ganz klug konstruiert aber spannend? Nicht wirklich. Da is‘ jetzt halt einer tot. Buhu. Bis dahin ein super Film zum Stricken. Man verpasst nicht wirklich was, wenn man doch mal wegschaut. Das Erzähltempo ist langsam. So langsam, dass man am liebsten alles in 1,5facher Geschwindigkeit schauen möchte.

Die letzten paar Minuten hingegen haben es in sich und heben sich von einem 0815-Krimi ab, wobei ich gestehen muss, dass mir ein Teil der Auflösung doch relativ früh klar war… Wieder mal gibt es ein paar schöne Landschaftsaufnahmen, einen reichen privilegierten Mann als Hauptprotagonisten, dem man am liebsten einfach nur hauen will. Immer und immer wieder. Warum muss man immer alles kaputt machen, wenn man doch eigentlich alles hat?

Lobend erwähnen möchte ich die weibliche Hauptfigur gespielt von Ana Wagener, welche absolut brillant ihre Rolle(n) verkörperte. Wirklich, wirklich großartig

Ja, das Ende war überraschend aber doch fühlte es sich, wie beschrieben, wie ein Tatort aus der Tätersicht an. Viele, viele Längen, wenig Tiefe bei den Leidenden…

Ich gebe 6 Punkte mit einem Sternchen von 10. Hätte man sich mindestens eine halbe Stunde gespart, wären es sicherlich 7 geworden. Für einen Filmabend, bei dem man das Hirn zwar einschalten muss aber auch gut ein Glas Wein nebenbei trinken kann, ohne den Faden zu verlieren, kann ich diesen Film uneingeschränkt empfehlen. Wirklich sehr, sehr, sehr wenig Blut für einen Krimi und eher auf die psychologische Seite abzielend. Kann man ihn durchaus gucken, wenn man nichts anderes im Sinn hat.

Wie der Mann ihn fand könnt ihr wie immer hier lesen.

Der nächste Film, den wir uns widmen ist Portrait einer jungen Frau in Flammen. Der Name verspricht vieles. Er könnte großartig sein oder furchtbar. Wir werden es erfahren.

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