247: The Princess Bride (1987)

Joa… Eigentlich lässt mich der Film sprachlos zurück. Nicht, weil er so schlecht oder so gut gewesen wäre, nein, er hat einfach vor sich hingeplätschert. Er war bei weitem nicht so schlimm, wie der Film letzte Woche oder der Terminator aber es war auch kein inneres Blumenpflücken für mich.

Er war nett. Ja, nett ist die perfekte Umschreibung. Er erinnerte mich stark an die Neuverfilmung der DEFA-Märchen der öffentlich rechtlichen. Erzwungener Humor, hässliche Klamotten und ein sehr durchschaubarer Plott. Es ist wohl ein Klassiker und der Mann hat sich köstlich amüsiert aber ich für meinen Teil fand ihn nicht wirklich lustig.

Die Besetzung ist dagegen großartig, wobei ich froh bin, dass Robin Wright danach noch ernstzunehmende Rollen bekommen hat. Mandy Patinkin gefällt mir deutlich in Criminal Minds besser, was daran liegen könnte, dass er nicht 37mal den selben Satz sagt, auch wenn ich dort auch immer seinen Namen vergessen.

Dass ich den Mann nachdem wir den Film geschaut haben, fragen musste, wie der Film denn heißt, sagt wohl viel aus. Für mich gab es keine Aufreger, er läuft so vor sich hin, ein- zweimal verdreht man die Augen aber ein idealer Film zum Stricken. Vorhersehbar, am Ende mit einem kleinen Awww-Moment und nicht anspruchsvoll.

Würde ich den Film nochmal schauen? Vermutlich schon. Einfach weil ich mich sehr wahrscheinlich nicht mehr daran erinnern könnte, dass ich ihn schon gesehen habe und wenn ich es dann doch nach einer Stunde bemerke, wäre es auch schon egal.

Gibt es denn auch etwas Positives außer dem Cast? Jep. Mir hat die Erzählweise gefallen. Der Opa, der seinem kranken Enkel vorliest und der erst sehr skeptisch reagiert. Am Ende taucht er aber völlig ab in die Geschichte und denkt nicht mal mehr an seine Videospiele. Eine schöne kleine Moral, wie ich finde.

Ich vergebe 5/10 Punkte, weil ich mich nicht aufregen muss aber es eben auch nicht viel positives gibt. Der Mann sieht das ganz anders und ihr solltet es lesen.

Vielleicht war meine Erwartung auch einfach eine andere. Der Mann hatte einen Bully-Film ohne Bully angekündigt aber Bully fehlte dort in jeder Hinsicht und weil er Bully erwähnt hat, habe ich auch noch einen Ohrwurm.

248: Winterschlaf – Kis Uykusu (2014)

Ich wusste bei diesem Film nicht was mich erwartet. Ein türkisches, mehrfach preisgekröntes Drama mit Überlänge. Dass dieser Film nicht ganz leicht zu verdauen werden würde, war mir klar aber nicht auf diese Art und Weise. Von einem Drama erwarte ich, dass es in mir Traurigkeit auslöst oder mich wenigstens zum Nachdenken bringt. DAS hat Winterschlaf nicht geschafft aber dafür ganz viel Hass in mir geschürt.

Ich werde nicht auf die Handlung eingehen, die so verschwindend gering ist, dass es sich gar nicht lohnt sie zu erwähnen aber ein paar Schlagworte gebe ich euch gern an die Hand: Toxische Beziehungen, Alkoholismus, Narzissmus, Geldverbrennung, Schulden, Kotze, viele, viele Probleme und eine große Portion Selbstmitleid.

Gerade was die Frauenfiguren angeht, habe ich ehrlicherweise nicht viel erwartet aber diese niedrigste aller Erwartungen wurde noch kilometerweit unterboten. Es gibt 3 zentrale Frauenrollen, wovon eine nicht ein Wort in den kompletten 196min sagt, sondern immer nur den Männern Tee oder Hausschuhe bringt. Ab und an bekommt sie ein gebelltes Danke und am Ende darf sie dem Hausherrn einen toten Hasen aus der Hand nehmen.

Die Schwester der männlichen Hauptfigur ist so blass, dass ihr Name nicht hängen bleibt. Sie ist der Meinung, dass man Böses geschehen lassen muss, damit der Böse die Möglichkeit hat sich vorher zu stoppen. So macht sie sich auch furchtbare Vorwürfe, dass sie ihren schlagenden Alkoholikerehemann verlassen hat. Irgendwann hätte er bestimmt aufgehört, weil er sich so schäme… Jaja. Mit ihrem Bruder streitet sie regelmäßig über alles und nichts. So wehrt sie sich gegen die Vorwürfe faul zu sein und ein Schmarotzer. Obwohl sie genau das ist… Und badet dabei in einer riesigen Portion Selbstmitleid. Er übrigens auch aber dazu später mehr. Die arme Frau hat ja keine Interessen, als Zeitungen zu lesen… Wofür sollte sie sich nur interessieren…

Bei der letzten weiblichen Hauptfigur handelt es sich um die Ehefrau. Das findet man übrigens erst nach ca. 1,5h heraus. Denn Ehe würde ich das ganze nicht nennen. Sie engagiert sich sozial, um ihr Gewissen zu beruhigen und lebt seit über 2 Jahren im selben Haus getrennt von ihrem Mann. Sie lässt sich aushalten, fühlt sich deshalb schwach und steigert sich immer mehr in ihre Spendenkampagne, die ihr schließlich ihr narzisstischer Mann aus der Hand nimmt, weil sie es ja eh nicht kann.

Insgesamt ist der Hauptdarsteller eh der Größte. Er ist zwar ein gescheiterer Schauspieler und ein unterdurchschnittlicher Journalist aber er ist der Beste. Da ist zumindest er sich sehr, sehr sicher. Er entzieht sich jeder Verantwortung, „arbeitet“ wie ein Tier und ist der intelligentestes Mensch dieses Planeten. Dass man nicht den Boden, auf den er gerade gelaufen ist, küssen möchte, ist wirklich eine absolute Frechheit.

Eigentlich braucht es nur zwei Worte um diesen Film, der sich wie eine einzige Zeitlupe in 0,1er Geschwindigkeit anfühlt zu beschreiben: Zerstörung und Menschenhass.

Es wirkt fast so als wäre jede einzelne Figur dazu erschaffen worden, um gehasst zu werden. Es gibt nicht eine, die nichtssagende Haushälterin mal ausgeklammert, die man nicht nach kurzer Zeit irgendwie gegen die Wand klatschen will. Jede einzelne Figur löst Aggression aus. Kein Hauch eines warmen Gefühls transportiert dieser Film.

Höchst frauenfeindliche Äußerungen werden beklatscht und belacht. Ich möchte keine Frau in einen Sack stecken und im Fluss ertränken wie in diesem Film gesagt wird. Jede einzelne Kopie dieses Films dagegen schon.

Mit jeder Minute, die dieser Film lief, wurde er schlimmer. 196 Minuten. Über drei Stunden und danach fühlt man sich absolut unbefriedigt und voller Menschenhass.

Ich empfehle diesen Film wirklich keinem. Außer man leidet unter zu hohem Blutdruck und möchte das auf die wohl schmerzhafteste Art und Weise ändern. Dann zieht euch bitte diesen Schund rein. Aber da zeigt sich wohl: Ich gehöre nicht zur kulturellen Oberschicht, die diesen Film feiern. Aber das will ich auch gar nicht.

Nun zur Punktevergabe… Kann ich den Terminator nochmal sehen?!

Ich vergebe einen Punkt und den zu vergeben fällt mir schon schwer. Diesen gibt es für die wunderschönen aber wenigen Landschaftsaufnahmen, die Abspannmusik und die wunderschöne Häkeldecke auf die später fast gekotzt wird.

Wie der Mann ihn fand, könnt ihr hier lesen.

Falls ihr also eure Zeit verschwenden wollt bitte… Ich glaube, ich muss jetzt erstmal etwas gegen den Menschenhass backen.

249: Vier Hochzeiten und ein Todesfall (1994)

Eigentlich wäre heute Tangerines von 2013 dran gewesen. Leider bietet kein Streaminganbieter in Deutschland dieses Kriegsdrama an und so entschied ich kurzerhand, dass es Zeit wird, eine persönliche Bildungslücke zu schließen. Ein Film, der fast so alt ist wie ich, Hugh Grant und britischer Humor – was soll da schon schief gehen. Mit nur 7,1 bei imdb bewertet, war ich gespannt, was mich denn erwarten würde.

Der Film beginnt mit einer wahren Shit-Orgie… Gefühlt drölzig mal flucht der Schönling wegen eines verschlafenen Weckers. Hugh Grant oder hier einfach Charles ist hübsch, verplant und irgendwie sehr sehr niedlich. Man kann es ihn fast nicht krumm nehmen, dass er als Trauzeuge die Ringe vergisst und bei wirklich jeder Hochzeit wenigstens zu spät kommt.

Schon bei der ersten Hochzeit wird deutlich: Frauen können bissig sein. So wird die Braut der ersten Hochzeit als Sahnebaiser tituliert. Nicht unbedingt das, als was man in Erinnerung bleiben möchte.

Der arme Charles begegnet auf der ersten Hochzeit Carry, einer, wie ich finde, wirklich erfrischenden Frauenfigur, die offensiv flirtet und sich dann auch nimmt, was sie will, nämlich Charles. So spricht sie mit ihm offen über die Anzahl ihrer Geschlechtspartner, den Pros und Contras selbiger und wirft den armen, armen Charles somit völlig aus der Bahn.

Insgesamt vermittelt der Film ein gutes Bild von Standarthochzeiten. Sind wir mal ehrlich, es gibt immer den peinlichen Onkel, den Gast, der zu tief ins Glas geschaut hat und die Brautjungfer, die flachgelegt werden will. Das ganze wird gekrönt von viel schwarzem Humor, schönen Kulissen, einem großartigen Soundtrack und noch weiteren wunderschönen Nebenstories, die für das Jahr 1994 wohl fast schon revolutionär waren. So ist der Bruder von Charles gehörlos und die Gebärdensprache kommt dort selbstverständlich zum Einsatz. So lernt eine Frau, die an ihm interessiert ist, für ihn die Gebärdensprache und er schätzt ihr Engagement sehr. Scarlett ist herrlich unangepasst mit mehreren handgearbeiteten Hüten und hach! Ich komme aus dem Schwärmen fast nicht heraus.

Natürlich kommt es wie es kommen muss und Charles große Liebe und Verführerin verlobt und heiratet dann auch noch. Charles erkennt nicht, dass es auch andere Frauen in seinem Leben geben könnte, weil er nur Augen für sie hat und trotzdem steht er eines Tages vor dem Altar – nicht mit Carry. Diese taucht natürlich auf und verkündet. dass sie schon ein paar Monate getrennt von ihrem Mann ist… In diesem Moment möchte ich die Gute einfach nur schütteln. Auch 1994 gab es Telefone und nein, auf der Hochzeit aufzutauchen ist keine gute Idee.

Und so kommt es wie es kommen muss – Charles lässt seine Braut am Altar stehen, kassiert dafür einen wunderschönen blauen Wangenknochen und wird von seinen großartigen Freunden mental aufgebaut, als es an der Tür klingelt. Natürlich regnet es in Strömen, als er und Carry sich endlich im Regen küssen. Dass er dabei ein weißes Hemd trägt, erwähne ich hier nur beiläufig.

Der Switch zwischen den lustigen Hochzeiten und der tieftraurigen Beerdigung fand ich sehr gelungen. Auch wie unauffällig, beiläufig und unaufgeregt die große Liebe zweier Männer zueinander und der Schmerz des Verlusts thematisiert wurden. Keine Sensationsgier, großes Kino in stiller Atmosphäre – rührend und beeindruckend.

Über die Hochzeitskleider lasse ich mich besser nicht aus. Ich bin sehr froh, dass ich so jung bin, dass ich niemals so einen textilen Albtraum tragen muss. Einmal Ballonseide im Leben habe ich bereits hinter mir – und das war zum Schulanfang.

Insgesamt gibt es 8/10 Punkten von mir.

Ganz groß fand ich die Vielfalt der Frauenfiguren. Carry, die Frau die sich nimmt, was sie will. Die ihren Verlobten betrügt und die Eier hat eine Hochzeit durch ihre bloße Anwesenheit platzen zu lassen. Die unangepasste Scarlett, die in keine Schublade passt. Fiona, die so tough wirkt und eigentlich doch immer nur Charles wollte und all die anderen. Von stark bis schwach ist alles dabei. Wie das Leben eben so ist.

Hugh Grant ist eben einfach Hugh Grant. Seine Haare haben einen Extrapunkt verdient. Warum jetzt nur 8/10 Punkte? Nun, wir sind bei Film 2 von 250 und ich brauche definitiv Luft nach oben, für die Filme mit mehr Tiefgang, die Filme, die mich zum Weinen oder Nachdenken bringen werden.

Alles in allem ist vier Hochzeiten und ein Todesfall ein absoluter Wohlfühlfilm, der einen lächelnd zurücklässt. Und jetzt träume ich mich nach Schottland. Aber vorher bin ich gespannt, wie der Mann das Ganze fand.

250: The Terminator (1984)

Was sind eigentlich die #Top250?

Mein Freund Ursu und ich haben uns einfach einmal die Top 250 Liste auf imdb angeschaut und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir beide erstaunlich wenige Filme auf dieser kennen. Jede Woche gucken wir nun zusammen einen davon und bewerten ihn dann unabhängig von einander. Zwei Menschen, zwei Blickwinkel, zwei Meinungen, die manchmal ganz ähnlich und oft komplett unterschiedlich sein werden. Jeder von uns schreibt eine Kritik und bewertet den Film von eins bis 10. Am Ende hoffen wir einige Bildungslücken geschlossen zu haben und das ein oder andere Meisterwerk gesehen zu haben. Bis es soweit ist, beißen wir uns durch. Jeder von uns hat pro Jahr dreimal das Vetorecht und der Film wird übersprungen oder ausgetauscht. Sollte ein Film nirgends zu finden sein, darf ich ihn ersetzen mit einem Film mit einer Mindestwertung von 7,0.

Starten wir heute also mit der 250. Dem Terminator und ich wünschte wirklich, er hätte die Trulla schon in den ersten Minuten gekillt. So dauerte der Spaß über 100 Minuten, gefühlt Tausend Schuss wurden abgegeben und mindestens eine Stange Zigaretten auf dem Polizeirevier vernichtet.

Was soll man dazu sagen? Ich sehe schon einen erneute Welle der Empörung durch Twitter gehen. Ich habe wirklich, wirklich versucht diesen Film unvoreingenommen zu sehen. Nicht Arnie als Person, nicht die heute lächerlich wirkenden Special Effects oder Frisuren der 80er in meine Wertung einfließen zu lassen aber puh… Es ist und bleibt ein Actionfilm und die und ich, sind wie Hund und Katz.

Lasst mich das Puh erklären… 2 nackte Typen reisen durch die Zeit, zocken sich Klamotten und rennen dann wild ballernd durch die Gegend. Der eine um eine Sarah Conner zu erschießen, der andere um sie zu retten und auch weil er sich unsterblich in ein Foto von ihr verliebt hat. Ein Foto, dass er von ihrem gemeinsamen Sohn bekommen hat. Ich könnte mich jetzt an der Unlogik von Zeitreisegeschichten abarbeiten aber das lasse ich ausnahmsweise mal. Ich habe zumindest noch keinen dieser Filme ohne Logikfehler gesehen und werde es wohl auch nicht mehr.

Der Film startet im Jahre 2029. Ein schweres Fahrzeug fährt über hunderte von geschwärzten Schädeln hinweg. Soooo unrealistisch kommt einen das besonders nach diesem Jahr gar nicht mehr vor. Die Menschen im Untergrund kämpfen gegen Maschinen, die sie ausrotten und in Lager stecken möchte. Kein neues Thema für einen Film aber okay.

Die Frisuren und Kleidung der Achtziger waren den ein oder anderen Schmunzler wert und dank Arnie weiß ich jetzt auch, dass meine Lieblingsboots als Teenager eigentlich voll Retro waren. Zum Glück ist aber diese unsägliche Unterwäsche bei Männern aus der Mode. Ehrlich Jungs, in den Dinger sieht niemand gut aus.

Was mir dann doch ganz gut gefiel waren die Frauenrollen, die ich als erstaunlich stark wahrgenommen habe, denn auch heute gilt noch „auch wenn er einen Porsche hat, kann er dich nicht so behandeln.“ Sarah überlebt am Ende im Gegensatz zu ihrem Schmusi und zieht dann den Retter der Menschheit auf, wohl wissend, dass die Menschheit eigentlich nur wenig Chancen hat. Dafür mein vollster Respekt. Ich hätte den Scheiß gar nicht erst mitgemacht.

Die Liebesgeschichte kam mir jedoch erzwungen vor. Es wurde unbedingt etwas gebraucht, warum eine Frau sich das sinnlose Geballer anschauen sollte und sind wir mal ehrlich, laut Hollywood zieht doch nichts besser, als eine Hand, die sich lustvoll ins Laken krallt. Und natürlich muss die Frau gegen einen Kühlschrank gedrückt werden. Da wird doch jede Frau direkt schwach… Und natürlich weißt der Typ beim Bombenbauen sie darauf hin, wie gefährlich sie doch sind und dass jede Erschütterung ja so gefährlich ist, nur damit sie am Ende sich völlig achtlos den Rucksack zuwerfen. Aber selbst, wenn da eins dieser Rohre hochgegangen wäre, wie wir im Tunnel gesehen haben, war das eh nur sehr viel Rauch.

Die Animationen und Effekte mögen für das Jahr 84 bahnbrechend gewesen sein, aus heutiger Sicht, waren sie doch sehr niedlich und Retro. Dass Arnie sich das Auge rausschneidet und auch sonst an sich rumoperiert, hätte meiner Meinung auch nicht sein müssen, war aber für den Ekelfaktor ganz nett. Und vielleicht hätte irgendjemand Sarah sagen sollen, dass man sich niemals Fremdkörper selbst aus Wunden entfernen sollte, schon gar nicht, wenn der im Bereich einer Arterie stecken könnte aber scheinbar ist die gute Frau ja ähnlich unverwundbar wie der Terminator. Kaum ein Kratzer, nachdem eine Maschine einen durch die ganze Stadt jagt, Dutzende Cops gekillt hat und sich hunderte Kugeln gefangen hat und am Ende ist die Frau fast unverwundet… Jep… So viel Glück hätte ich auch gern mal im Leben.

Ich verstehe, dass der Film durchaus seine Liebhaber hat und dass diese das wilde Rumgeballer sehr ästhetisch dargestellt wurde aber es ist nicht mein Cup of Tea.

Deshalb kommen wir nun zu meiner Wertung: ganz liebgemeinte 3/10

Wie der Mann es fand lest ihr hier.

Punkt eins gibt es für die Häkelmütze des Truckfahrers am Anfang, sowie die Schmunzler, die mir die Technik, die Klamotten und die Frisuren der Zeit beschert haben. Und für meine Boots natürlich! Nieten für alle!

Punkt zwei gibt es für den Soundtrack, den ich zu keiner Zeit als störend empfand. Ich möchte, sogar so weit gehen und behaupten, dass der echt gut ist.

Punkt drei gibt es für die Frauenfiguren, die nicht so furchtbar waren, wie ich sie erwartet habe. Ich war wirklich positiv überrascht.

Es wird nicht mein Lieblingsfilm, die Handlung ist relativ simple und wird vom Geballer überlagert aber ich kann zumindest behaupten, dass ich ihn gesehen habe.

I’ll be back mit Film Nr. 249, der mich hoffentlich milder stimmt. Ich will doch nicht als Meckertante in die Analen von Twitter eingehen. Es gibt gute Filme. Ich muss sie nur auf dieser gefühlt endlos langen Liste finde.

#twittersocks – mein Plan ganz Twitter einzustricken!

Ihr Lieben, wer mir schon länger bei Twitter folgt, fragt sich vielleicht wie es mit dem #restestricken2020 im neuen Jahr weitergeht. Für alle anderen erkläre ich die Aktion nochmal kurz.

Anfang des Jahres platzte mein Wollregal aus allen Nähten. Allein 2 Kallaxboxen voll Sockenwolle hatten sich angesammelt und eine halbe weitere mit Resten. Eigentlich mehr als ich in 10 Jahren normalerweise verstricken könnte. Und so wurde die Schnappsidee geboren. Ich kaufe erst wieder Sockenwolle, wenn die Boxen leer sind. Über 9kg waren es. Für euch zur Orientierung: Für ein Paar Socken Größe 45 braucht man ca. 100 gr. Da ich aber die Verwandtschaft bereits eingestrickt hatte, fehlten die Abnehmer, die ich dann glücklicherweise letztes Jahr über 70 mal fand. Die Socken gingen nach Österreich, die Schweiz und Irland und auch in jedem Bundesland Deutschlands sollte sich wenigstens ein Paar zu finden lassen. Übrig sind noch 424g.

Das Stricken war dabei Arbeitsersatz für mich. Ein Ankerpunkt im Tagesablauf, ein Grund aufzustehen und nicht einfach faul im Bett zu liegen und so entstand an den meisten Tagen zumindest eine Socke, manchmal sogar ein ganzes Paar.

Man sieht 3 Paar bunte Restesocken
Das Ergebnis von sechs Tagen

Ich hatte euch meine Wunschliste verlinkt, wo mir viele, viele eine Freunde machten. Auch erreichten mich viele Pakete mit tollen Kleinigkeiten. Darüber habe ich mich natürlich auch wahnsinnig gefreut. Einige haben mich bei den Portokosten via Paypal unterstützt. Ein Paar Socken innerhalb Deutschlands zu verschicken kostet auch zwischen 1,55€ und 2,70€, was dann doch ins Geld gegangen wäre. Umso dankbarer bin ich für diese Unterstützung.

Die meiste Freude bereitet ihr mir allerdings, wenn ihr die Socken tragt, das teilt und warme Füße habt. In jedem Paar stecken ca. 10h Arbeit aber auch ein bisschen Liebe und viele gute Gedanken, in der Hoffnung, euch beim Auspacken ein Lächeln zu bescheren.

Dieses Lächeln möchte ich ausweiten. Auf meiner Wunschliste findet ihr nun, neben meinen persönlichen Wünschen, auch Sockenwolle, bei der als Kommentar steht, dass ich sie gern für die Aktion ovargrüne Socke verwenden würde. Diese wurde vom Verein Eierstockkrebs e.V ins Leben gerufen. Dabei werden grüne Socken an Menschen mit Eierstockkrebs verteilt und damit vermitteln will, dass die Betroffenen nicht allein sind. Der Verein selbst, sagt dazu:

„Wir möchten mit dieser Aktion auf die schwere Erkrankung Eierstockkrebs aufmerksam machen und erkrankten Frauen deutschlandweit ein paar grüne Socken durch die Krankenhäusern/Kompetenzzentren – bei der Chemotherapie oder stationären Aufenthalt – zukommen lassen!“, so Tanja Linke, die als „Sockenbeauftragte“ für alle Anfragen zur Aktion „Grüne Socke“ zur Verfügung steht.

Kauft ihr mir also so ein gekennzeichnetes Knäul Sockenwolle als Entlohnung, verstricke ich die Wolle zu einem Paar für den Verein und verwende die Reste dann auch für die kommenden Socken. So bringe ich hoffentlich mit einem Knäuel Wolle mindestens zwei Menschen zum Lächeln.

Wie funktioniert das Ganze denn jetzt?!

Ganz einfach. Ihr schreibt mir bei Twitter, dass ihr mit auf meine Liste möchtest und ich schreibe euch dazu. Diese Liste „arbeite“ ich dann ab dem 1.1.2021 nach und nach ab und gebe auch immer bekannt, wer als nächstes dran ist. Aktuell habe ich 15 Voranmeldungen, die ich bis Mitte Februar gestrickt haben möchte – so der Plan.

Wenn die Socken für dich fertig ist, schreibe ich einen Tweet, erwähne dich darin und den neuen Hashtag #twittersocks. Du lässt mir dann bitte deine Adresse zukommen und ich bringe sie zur Post. Solltest du außerhalb von Deutschland wohnen, würde ich mir das Porto erbitten, da es dort deutlich höher ausfällt. Ansonsten wartet ihr bis die Socken bei euch ankommen, tragt sie und postet vielleicht sogar ein Foto mit #twittersocks. Darüber würde ich mich freuen, ist aber kein Muss.

Wichtig: Bitte, bitte werft die Socken auf keinen Fall in den Trockner, außer sie sind etwas zu groß geraten. Die Socken können bedenkenlos bei 30 Grad in der Waschmaschine ohne Weichspüler gewaschen werden. Ich habe auch schon Socken problemlos bei 60 Grad gewaschen aber der Hersteller garantiert da für nichts.

Man sieht eine bunte Socke, sowie die 7 Wollreste, aus denen die zweite gestrickt werden wird
Einmal das Ausgangsmaterial und das Ergebnis

Und sonst so?

Ich möchte mich bei euch bedanken. Für all die lieben Worte, die tollen neuen Kontakte, die Pakete, die Fotos und das Interesse. Auch möchte ich mich ganz besonders bei den Menschen bedanken, die mir im Rahmen von wish2hand Sockenwolle geschickt haben oder noch schicken wollen. Ich würde die Aktion gern weiterlaufen lassen, da sie mir Halt gibt und ich es nicht mehr missen möchte. Bei meinem Sockenwollverbrauch wäre das mir als Azubi in Kurzarbeit aber nicht möglich. Falls du auch noch Sockenwolle oder generell Wolle loswerden möchtest, schreibe mir gern hier oder bei Twitter. Sockenwolle fließt in die #twittersocks, alles andere geht an meine Mutter, die für den guten Zweck strickt und das im Akkord. Vermutlich stamme ich einfach aus einer Familie von Strickmaschinen.

Auf einem Plüschrelaxo liegen ca 20 Sets bestehend aus Mütze und Halswärmer
Spendenflausch von meiner Mutter gestrickt. Zumindest ein winziger Bruchteil davon

Helft mir dabei Twitter einzustricken und viele warme Füße zu fabrizieren. Danke für eure Unterstützung. Auf dass 2021 besser wird! Ziel sind übrigens mindestes 80 Paar. Vielleicht schaffe ich ja sogar die 100.

Man sieht 6 Paar Restesocken, sowie ein Paar Stulpen
Möge es 2021 so weitergehen!

Die #Ursuletten – ein einfaches & schnelles Weihnachtsgeschenk + Gewinnspiel

Ihr Lieben, mit immer größeren Schritten nähern wir uns Weihnachten und der ein oder andere braucht vielleicht noch eine Geschenkidee. Ich für meinen Teil habe mit den #ursuletten das Weihnachtsgeschenk des Mannes in ca. 10 Stunden fertig gestellt. Irgendwann im Herbst fragte mich Ursu, deshalb auch der Name, ob ich ihm nicht mal Hüttenschuhe stricken könnte, wie die die er von seiner Oma kannte und so machte ich mich auf die Suche nach einer passenden Anleitung. Und natürlich kam es, wie es kommen musste, keine war nah genug am Original. Bis Ursu eine Anleitung, oder wie er es gern nennt Rezept, auf einer rumänischen Seite fand. Wir hatten nur ein Problem: Ich kann kein rumänisch und er hat vom Stricken so viel Ahnung, wie ich vom Programmieren aber wir kämpften uns durch. Ich stellte schnell fest, dass die Anleitung mir viel zu kompliziert gestaltet war. Warum viel Schnick-Schnack einbauen, wenn es doch ganz einfach geht und so machte ich mich daran, selbst eine Anleitung zu schreiben.

Tada! Der Prototyp der #ursuletten

Diese Anleitung ist noch nicht testgestrickt. Sie ist meine allererste und so habe ich versucht, sie möglichst einfach zu halten. Ich hoffe, sie ist für Anfänger geeignet und verständlich. Falls es Fragen geben sollte, könnt ihr mich gern per Mail, Twitter oder auch hier kontaktieren.

Alle mit * gekennzeichnet Produkte beeinhalten Affiliate-Links. Die Produkte kosten euch nichts mehr aber ich bekomme für euren Einkauf ein paar Cent.

Lasst uns starten!

Ihr braucht:

Eine Rundstricknadel* 3,75mm (da es sich fast um Einheitsgrößen handelt, gehen wohl auch 3,5mm und 4,0mm je nachdem, ob ihr Feststricker seid oder doch eher lockerer strickt)

2 Maschenmarkierer*

Lisa Premium uni von Gründl*, 100g in der Hauptfarbe und 1-2 kleinere Reste als Kontrastfarbe oder alternativ Wolle mit einer ähnlichen Lauflänge

Stopfnadel

Schere

Sockenstopp*

und falls ihr das ganze stabiler wollt Einlegesohlen*

Ich gebe sehr bewusst keine Maschenprobe an. Zum einen hasse ich die Dinger wie die Pest, zum anderen sind pro Größe vier Schuhgrößen inkludiert, so dass die Abweichung nicht viel ausmachen dürfte.

1. Schlagt für Größe 35-37 56 Maschen, für Größe 38-41 62 Maschen und für Größe 42-44 68 Maschen an.

2. Als nächstes strickt ihr über 5cm ein 1/1-Bündchen in Reihen. Dafür hebt ihr immer die erste Masche der Reihe ab und strickt dann im Wechsel eine Masche links und eine Masche rechts.

Einfaches 1/1 Bündchen über 5cm

3. 19 Maschen, 23 Maschen, 26 Maschen auf einem Hilfsfaden stilllegen und den Faden abschneiden

4. ab der 20. Masche, ab der 24. Masche, ab der 27. Masche 16 Maschen rechts stricken, dabei 2 verdoppeln, sodass ihr insgesamt 18 Maschen gestrickt habt.

5. die letzten 19 Maschen, 23 Maschen, 26 Maschen auf einem Hilfsfaden stilllegen

6. eine reihe rechte Maschen

stillgelegte Maschen auf orangenen Faden

7. neue Farbe zur Hand nehmen, den alten Faden aber nicht abschneiden 2 Reihen in der Kontrastfarbe rechts stricken

8. Nun kommen wir zu den Streifen: Prinzipiell könnt ihr die Farben so verteilen wie ihr wollt, ihr solltet nur insgesamt 30 Reihen, 33 Reihen, 36 Reihen rechts stricken. Ich habe im Bespiel alle 2 Reihen die Farbe gewechselt

9. eine Reihe rechts in der Grundfarbe, Faden abschneiden

Das wird mal die Oberseite des Schuhs

10. nun nehmen wir die stillgelegten Maschen wieder auf. Beginnt dabei auf der Seite, wo ihr vorher den Faden der Hauptfarbe abgeschnitten habt. Habt ihr die stillgelegten Maschen einmal rechts abgestrickt, nehmen wir aus dem Rand Maschen auf. Wichtig ist dabei, dass ihr auf beiden Seiten gleich viele Maschen aufnehmt. Strickt die 18 Maschen rechts ab und setzt vor der 1. und nach der letzten Masche dieser einen Maschenmarkierer. Nehmt nun aus dem linken Rand wieder Maschen auf, strickt danach die restlichen Maschen von der Hilfsleine rechts ab

11. strickt nun 5 Reihen rechts

12. wenn ihr auch 2 Farbige Streifen am Rand haben wollt, strickt pro Farbe jeweils 2 Reihen rechts

13. strickt 4 Reihen rechts

14. bis zum 1. Maschenmarkierer rechts stricken, MM auf die rechte Nadel heben und bis eine Masche vor dem Markierer rechts stricken. Maschenmarkierer entfernen und 2 Maschen rechts zusammenstricken, wenden

So stricke ich 2 Maschen rechts zusammen

15. wieder bis eine Masche vor dem Maschenmarkierer rechts stricken, Maschenmarkierer entfernen und 2 rechts zusammenstricken, wenden

16. es bildet sich eine größere Lücke zwischen der ersten und der zweiten Masche, die ihr zusammenstricken müsst, alternativ zählt ihr einfach immer bis 17 und strickt dann 2 Maschen rechts zusammen. Das wiederholt ihr bis ihr nur noch 18 Maschen auf der Nadel habt.

so sollte das aussehen, wenn ihr die Sohle strickt

17. nun werden pro Reihe am Anfang und am Ende je 3 Maschen rechts zusammen gestrickt, bis nur noch 2 Maschen übrig sind. Den Faden abschneiden und durch die Maschen ziehen. Fäden vernähen und Naht schließen.

Um das Rutschen auf glatten Böden zu vermeiden, habe ich auf der Sohle pünktchenweise Sockenstopp aufgetragen. Dieser muss je nach Produkt länger trocknen. Ihr könnt alternativ auch ABS Stopper zum Aufbügeln verwenden.

Um das ganze etwas langlebiger zu gestalten, könnt ihr eine Einlegesohle in Form schneiden und reinlegen.

Anziehen oder verschenken und freuen.

Fertig!

So sehen sie fertig aus.
Und so getragen

Ihr seht, die Anleitung ist absolut anfängergeeignet, da wir nicht eine linke Masche stricken.

Ich hoffe, ich habe das alles gut verständlich erklärt und der ein oder anderen vielleicht Lust zum Nachstricken gemacht.

Damit ihr ganz einfach starten könnt, kommen wir nun zur Verlosung:

Alles was ihr hier gewinnen könnt, wurde von mir selbst gekauft. Weder Twitter, Facebook, Instagram, noch irgendein anderes Unternehmen stehen damit in Verbindung oder haben es gesponsert. Teilnahme ab 18 Jahren und mit Wohnsitz in Deutschland. Das Gewinnspiel läuft bis zum 31.12.2020 0:00 Uhr und wird im Januar verschickt.

Teilnehmen könnt ihr, indem ihr diesen Artikel teilt und mir hier im Blog ein Kommentar hinterlasst oder den Tweet retweetet und mir eine DM mit euren Wünschen schreibt. Sagt mir darin, ob ihr das Strickset oder ein fertiges Paar haben wollt und in welcher Farbzusammenstellung und was ihr sonst noch loswerden wollt. Wichtig! Bitte schreibt euren Twitternamen dazu oder gebt eine Mailadresse an, damit ich euch im Gewinnfall kontaktieren werde. Der Gewinner wird ausgelost.

Ich weiß, viel Blabla aber kommen wir nun zum Wichtigesten: dem Gewinn!

Ihr könnt wählen zwischen einem Garnpaket, bestehend aus 2 Knäuel Lisa Premium in der Hauptfarbe, sowie je 1 Knäuel in der Kontrastfarbe, sowie 2 Maschenmarkierern oder für die Nichtstricker unter euch: 1 Paar #ursuletten in Wunschfarben, allerdings ohne Einlegesohlen, da ihr die individuell anpassen solltet oder vielleicht sogar einlagen zuhause habt. Ihr könnt die Farbkombination frei wählen.

Das sind die Farben zur Wahl. Achtung Schwarz ist nur noch als Kontrastfarbe verfügbar.

Ich hoffe, euch gefällt die Anleitung und vielleicht strickt sie ja auch der ein oder andere. Ich würde mich freuen. Falls Interesse bestehen sollte, lade ich sie auch gern noch bei Ravelry hoch. Solltet ihr sie stricken, würde ich mich freuen, wenn ihr sie mit dem Hashtag #ursuletten tagen würdet. Und jetzt wünsche ich euch eine schöne Weihnachtszeit und viel Spaß beim Stricken. ❤

Update:

Unnnnnnnnd gewonnen hat: Die wundervolle @perlenmarmelade auf Twitter. Sie bekommt ein Paar #ursuletten in Wunschgröße und Farbe. Das fertige Ergebnis bekommt ihr auch hier zu bestaunen!

Eine Zwischenprüfung, wie ich sie mir wünsche

Nachdem ich Vorgestern meine Erfahrungen zur Zwischenprüfung gepostet habe und von der Resonanz überwältigt war, möchte ich festhalten, dass ich eben nicht nur meckere. Ja, ich habe meine Prüfer alte, weiße Männer genannt – nicht um sie zu diffamieren oder ihnen etwas zu unterstellen, es war eine Zustandsbeschreibung. Davon ab war ich geschockt, wie eine mittlerweile übliche Redewendung doch den Blutdruck einzelner ungesund steigern kann.

Ich bin kein Prüfer und ich weiß nicht, wie die Interna ablaufen. Was ich aber weiß, ist, wie ich mir den Ablauf dieser Prüfung gewünscht hätte. Unabhängig von meiner Leistung. Meine ganz subjektiven Wünsche und Hoffnungen für zukünftige Zwischenprüfungsgenerationen.

Ich wünsche mir eine Prüfung, wo es auf die Leistung ankommt und nicht darauf, ob man zugelassen wird oder eben nicht. Wo man nicht ausgeschlossen wird, weil man ein Steinchen in der Schuhsohle übersehen hat oder nur eine statt zwei Schürzen im Gepäck sind. Eine Prüfung wo die Zulassung allein aktuell viel zu viel Raum für Willkür und Machtspielchen lässt.

Ich wünsche mir eine Prüfung, die vergleichbar mit anderen ist. Warum kann nicht Vergleichbares geprüft werden für vergleichbare Ausbildungsberufe? Zum Beispiel: Warum muss nicht jeder Azubi im Restaurantfach ein 3 Gänge Menü eindecken? Die Menüs können variieren aber die Schwierigkeit der Aufgabe bliebe gleich, dazu könnte man die Auswahl korrespondierender Weine fordern. Oder Serviettenformen. Das wäre vergleichbar und ein realistisches Lernziel für den Azubi, der motiviert auf eine gute Note hin arbeitet.

Ich wünsche mir ein Prüfung, die sich an meiner beruflichen Praxis nach der Ausbildung orientiert. Als ausgebildete Hotelkauffrau werde ich zu 99% nicht in der Küche stehen und Salate zubereiten. Das Wissen zu haben, wie es funktioniert, ist nützlich, um Abläufe zu verstehen und planen zu können aber wie genau ich eine Paprika schneide, sagt nichts über mein berufliche Qualifikation für meinen späteren Beruf aus. Restaurantfach- und Hotelfachleute, sowie Hotelkaufleute lernen im schulischen Teil der Ausbildung im ersten Jahr dasselbe. Es sind ca. 70 Tage Schule. Den Rest der Zeit verbringen wir im Betrieb und dort zeigen sich eben unsere unterschiedlichen Schwerpunkte. Wieso wird bei Hotellern nichts Hotelspezifisches geprüft? Fast jeder Azubi in der Hotellerie startet im Housekeeping oder im Frühstücksservice. Viele Hotelazubis sehen das Restaurant und die Rezeption im ersten Jahr. Was viele nicht sehen, ist die Küche, da es gerade für die Kaufleute für die Ausbildung „wichtigere“ Bereiche gibt. Die Zwischenprüfung ist eine betriebliche Prüfung. Warum stimmt die IHK nicht mit dem Betrieb ab, wo der Azubi schon war? Ich weiß, es wäre mehr Aufwand, würde aber ein realistischeres Bild über das Erlernte des Azubis malen.

Ich wünsche mir eine Prüfung, die kein Einheitsbrei ist. Eine Prüfung für Alle mag einfach für die Prüfer sein. Für die Azubis ist sie frustrierend. Die Inhalte, die bei der Zwischenprüfung abgefragt wurden, haben zum Beispiel für mich als Hotelkauffrau in der Abschlussprüfung absolut keine Relevanz. Da wird es um die kaufmännische Seite gehen, es wird um das gehen, warum ich diesen Job gewählt habe. Nicht um das Eindecken eines Menüs, nicht um die Zubereitung eines Käsesalats. Dass dieses Wissen nützlich sein kann, steht außer Frage aber doch ist es nicht der Schwerpunkt.

Ich wünsche mir eine Prüfung, die klar kommuniziert. Ich hatte meine Prüfung Anfang Oktober und habe diese Woche meine Ergebnisse von meinem Betrieb erhalten. Warum bekomme ich nicht selbst meine Ergebnisse? Warum stehen da nur nackte, nicht nachvollziehbare Zahlen? Ich wünsche mir, dass klar ersichtlich wird, wofür es Punkteabzug gab. Ich wünsche mir, dass mir gesagt wird, was ich besser machen kann. Mit einer 55/100, weiß ich, dass ich mittelmäßig war. Aber warum dem so ist und wie ich es beim nächsten Mal besser machen kann, das weiß ich nicht. Der Lerneffekt ist gleich Null und sämtliche Gründe für eine solche Zwischenprüfung werden ad absurdum geführt, wenn die Prüfung keinerlei Nutzen für den Azubi oder den Betrieb hat.

Ich wünsche mir eine Prüfung, die nicht der Einschätzung eines Einzelnen unterliegt. Ich wünsche mir, dass zumindest ein zweites Paar Augen mich beurteilt. Ein Einzelner hat zu viel Macht und kann sich von anderen Gegebenheiten leiten lassen. Und wie sagt man so schön? Vier Augen sehen mehr als zwei.

Ich wünsche mir eine Prüfung, die auch etwas zählt und nicht einfach nur ein verdammt unangenehmer Termin im Kalender ist. Bisher ist es so, dass du nur in diesen Prüfungsraum kommen musst. Es kommt darauf an, dass deine Sachen vollständig und gebügelt sind. Nicht darauf, was du kannst. Du kannst die gesamte Prüfung schweigen und darfst trotzdem zur Abschlussprüfung erscheinen, ohne negative Konsequenzen, außer vielleicht, dass dein Betrieb enttäuscht von dir ist und dich nicht verkürzen lässt aber notentechnisch ist es egal. Hat jemand ein Steinchen im Schuh, muss er ein halbes Jahr warten, bis er die Zwischenprüfung, die keinerlei Einfluss auf die Abschlussnote hat, wiederholen darf. Es raubt einen jede Motivation überhaupt dafür zu lernen und tut man es doch, wie ihr auf Twitter unter dem Hashtag #vlernt nachlesen könnt, so schmerzhafter ist die Klatsche, wenn die Prüfung so abläuft.

Ich wünsche mir eine Prüfung, die mit den Azubis menschlich umgeht. Arroganz und Überheblichkeit werden es der Branche sicherlich nicht erleichtern, Fachkräfte, die man da gerade heranzieht, in der Gastronomie/Hotellerie zu halten. Vielleicht sollte es einem zu denken geben, wenn der Schnitt dieser Prüfung so schlecht ist. Ist diese Frustration eingeplant? Wie kann es sein, dass die Abschlussnoten so viel besser sind? Ich bin mir sicher, dass es nicht daran liegt, dass die Azubis plötzlich so viel besser werden.

Ich wünsche mir eine Prüfung, die keine veralteten Techniken fordert. Das berühmteste Beispiel ist wohl der Irish Coffee. In wie vielen Läden wird er so zubereitet, wie er in der Berufsschule gelehrt wird? Die Lehrer in der Berufsschule schmunzeln schon, dass sie das vermitteln müssen aber scheinbar prüft die IHK Jahr für Jahr sehr gern dieses köstliche Getränk auf Zubereitung und Geschmack. Woran das wohl liegt? Für die sich nichts darunter vorstellen können, habe ich die Zubereitung verlinkt.

Fassen wir zusammen:

Ich wünsche mir eine Prüfung, nach der sich nicht jeder wie ein Totalversager vorkommt, egal wie gut man in der betrieblichen Praxis ist. Eine faire, vergleichbare Prüfung, mit einem Feedback mit dem man arbeiten kann. Es muss transparent werden, wie bewertet wird. Es sollte eine Prüfung sein, die den heutigen Standards des zu erlernenden Berufsfeldes entspricht. Antiquierte Praktiken sind good to know aber eben nicht relevant für den späteren Berufsalltag. Sie sollte dem möglichen Wissenstands des Azubis angepasst sein und er in Bereichen geprüft werden, wo er oder sie sich schon betrieblich ausprobieren konnte. Mehr Aufwand, ich weiß, aber es ist den Aufwand bestimmt wert. Schließlich will man Fachkräfte ausbilden und nicht nur billige Arbeitskräfte, oder?

Und zum Schluss mein Apell an die Prüfer: Ich weiß, ich bin bei meiner Prüfung an „schlechte“ Prüfer geraten. Ich weiß, dass Sie das ehrenamtlich machen, weil Sie für Ihren Beruf brennen. Bitte, bitte lassen sie unsere Flamme nicht erlischen. Viele von uns lieben diesen Job schon jetzt und wollen die Besten in unseren Berufsfeld werden, vielleicht sogar Ihre Nachfolger. Ermutigen Sie uns! Geben Sie uns das Rüstzeug, was wir brauchen und behandeln Sie uns menschlich, fair, vorurteilsfrei und ohne -ismen. Wir möchten das fortführen, was Sie tun aber wenn Sie uns durch so eine Prüfung unser Selbstbewusstsein und unsere Freude rauben, ist es kein Wunder, dass viele direkt nach der Ausbildung dieser harten Branche den Rücken kehren. Sollten wir Arbeiter in Gastronomie und Hotellerie nicht zusammenhalten? Geben Sie uns Tipps, leiten Sie uns an und vor allem seien Sie fair. Für unsere Zukunft.

Die Zwischenprüfung – alte, weiße Männer prüfen Irrelevantes

Anfang Oktober hatte ich meine Zwischenprüfung. Ich bin nun im 2. Lehrjahr zur Hotelkauffrau und bekam kurz vorher von den Lehrern eingeimpft, dass diese Zwischenprüfung völlig irrelevant für den Berufsabschluss ist. Man muss einmal teilgenommen haben, um an der Abschlussprüfung teilnehmen zu dürfen aber es gibt weder ein bestanden oder nicht bestanden.

So wäre es die Hauptsache in den Prüfungsraum zu dürfen. Selbst wenn man dann schwiege, dürfe man an der Abschlussprüfung teilnehmen. So lautete die Prämisse für uns bügeln, Schuhe putzen und ein Kellnerbesteck besorgen. Diese Zwischenprüfung legt jeder Azubi der Gastronomie ab. Sie ist für Systemgastronomen, Restaurantfachleute, Hotelkaufleute und Hotelfachleute die selbe. So kann ein Azubi von Mc Donalds zum Beispiel auch im Weinservice geprüft werden. Wer kennt nicht die exquisite Weinauswahl bei diesem Systemgastronomen.

Am Tag vorher putzte ich also 2 Paar schwarze Schuhe, eine Kochjacke, die ich mir extra dafür besorgte, 2 Blusen, 3 Hosen und mein Dirndl. Zusätzlich wanderte das Kellner-Messer, Streichhölzer, ein Kugelschreiber, mein ausgedrucktes Onlineberichtsheft, eine Kochmütze und 3 Schürzen in meine Tasche, sodass ich am Prüfungstag mit 2 voll behangenen Kleiderbügeln und einer vollen Reisetasche am Ausbildungshotel ankam.

Bevor es um 7:15 Uhr in den Prüfungsraum geht, werden die Klamotten kontrolliert. Ist ein Steinchen im Schuh? Oder ein Knick in der Bluse? Schade, schade, dann darfst du in einem halben Jahr wiederkommen, wie die weißen alten Männer dir dann mitteilen. Das Durchschnittsalter der Prüfer liegt bei ca. 60, 90% sind Männer. Alte, fiese Männer, deren Ziel es ist die Azubis zu verunsichern und zu brechen.

Geprüft wird man entweder in der Küche oder dem Service. Wo man selbst landet entscheidet das Los. Ich kam in meine Wunschdisziplin – der Küche. Warum ich in die Küche wollte? Ganz einfach – für meine Abschlussprüfung als Hotelkauffrau ist weder der Service, noch die Küche relevant und die Küche ist einfach schneller vorbei, als der Service.

Durch die Coronapandemie durften wir nicht den Fahrstuhl in den 8. Stock nehmen um uns umzuziehen, sondern mussten die Treppe nehmen, wo wir uns dann zu 15. in einem Hotelzimmer umziehen durften. Die Logik dahinter erschloss sich mir bis dahin nicht. Im Nachhinein ist klar: das Konzept dieser Prüfung ist nicht etwa einen Wissensstand abzufragen oder herauszufinden, wo der Azubi steht. Nein, diese Prüfung soll einem Azubi jedes Selbstwertgefühl rauben.

So kam ich in den Prüfsaal und erfuhr, dass ich einen Käsesalat zubereiten soll. Coronabedingt hatten wir diesen in der Berufsschule nicht durchgenommen und so schrieb ich meine Materialanforderung nach besten Wissen und Gewissen. Noch hatte ich ein gutes Gefühl, was sollte bei einem Käsesalat schon schief gehen? Eine ganze Menge, wie ich später lernen sollte.

Ich wurde nach Abgabe meiner Materialanforderung in die Lehrküche geführt, wo mich ein älterer Herr erwartete. Dieser zeigte mir meinen Arbeitsplatz, wo bereits die benötigten Sachen auf mich warteten. Der Prüfer las naserümpfend meine Notizen. „Wir sind hier in Bayern?! Wo macht man denn bitte einen Käsesalat mit Mayonnaise?“ Ich bin mit meinen 27 Jahren eine gestandene selbstbewusste Frau aber der Tonfall ließ sogar mich schlucken. „In Sachsen.“, antwortete ich unsicher. Das Rezept, was ich im Kopf hatte, stammt von meiner Mutter und schmeckt himmlisch. „Nix gibt’s! Wir sind hier in Bayern! Hier wird das mit Essig und Öl gemacht. Wir sind hier nicht im Osten!“ Der Tonfall, von oben herab, an Arroganz kaum zu überbieten. Ich schluckte meinen Kommentar, dass Käsesalat im Supermarkt auch auf einer Mayonnaisenbasis angeboten wird herunter und begann den Käse zu schneiden. Kurz darauf entriss mir das Prüfer das Messer, weil man angeblich so nicht schneide. Das diese Aktion auch hätte blutig enden können, war ihm völlig egal. Ich hatte das Gefühl, er wolle den starken Mann raushängen lassen und so schnitt er den Käse auf die selbe Art wie ich 2 Minuten zuvor. Danach folgte die Paprika, die ich wie zuhause schon hunderte male auch würfelte. Der Kommentar des Prüfers war da lediglich, dass man sähe, dass ich noch nicht in der Küche war, was für meine Ausbildung übrigens keine Pflichtabteilung ist, und ich das ziemlich „hausfrauig“ machen würde. So langsam brodelte es in mir.

Da der Käsesalat laut des großen Küchenmeisters in Bayern ja mit Essig und Öl zubereitet wird und ich leider keine Eier vorfand, um eine Mayonnaise aus Trotz zu machen, rührte ich meine Vinaigrette an. Wer mich kennt, weiß, dass man sich in meine Salatdressings hineinlegen kann. Wenn ich etwas kann, dann eine simple Vinaigrette. Und so schüttete ich billiges Pflanzenöl aus einem 5l-Kanister mit billigstem Essig aus der Literplastikflasche zusammen, würzte, wie ich es immer tat, probierte und war für die schlechten Grundprodukte mehr als zufrieden. Der Prüfer lies es sich natürlich nicht nehmen und kostete auch. „Da fehlt Säure, Kind.“ Ja, er hat mich Kind genannt. Eine 27jährige Frau. Aber auch das schluckte ich hinunter und so kippte ich noch einen großen Schluck Essig hinterher, er probierte und war zufrieden. Danach vermengte ich alle Zutaten fachgerecht und richtete die drei geforderte Portionen, nachdem ich es abgeschmeckt hatte, mit schöner Garnitur an. Meine Garnitur bestand aus 3 Komponenten, wie wir es in der Schule gelernt hatten aber es war dem Prüfer zu viel Chi-Chi. Als er probierte, kritisierte er die Säure, die zu dominant wäre und ich schwieg. ER wollte diese Soße genau so haben und nun war sie im zu sauer? Was sollte man dazu noch sagen.

Am Arbeitsplatz neben mir musste zufällig ein Azubi aus meinem Hotel ein Rührei zubereiten. Die benutzen Materialien mussten per Hand gespült und für die nächsten Prüflinge wieder vorbereitet werden und so kam es, wie es kommen musste: Wir waren fast zeitgleich fertig. Ich stand schon am Waschbecken und spülte meine Utensilien, während mein Mitazubi warten musste, so sollte man meinen. Aber so sollte es nicht kommen. Der Prüfer meines Mitazubis, ein alter weißer Mann – wie sollte es anders sein – sagte plötzlich: „Legen sie die dreckigen Sachen ruhig ins Waschbecken. Ihre Kollegin ist ja schon am Spülen und das macht sie sehr gut.“ Ein böser Blick meinerseits an den Kollegen und er dachte nicht im Traum daran, dieser Aufforderung nachzukommen. Mir riss ein bisschen die Hutschnur und nein, es tut mir nicht leid. Ich drehte mich um, und fuhr den Prüfer an, dass ich bestimmt nicht den Scheiß für Alle spülen würde, nur weil ich die einzige Frau in dieser Chauviküche wäre. Hat es mich Punkte gekostet? Mit Sicherheit aber DAS konnte ich nicht auf mir sitzen lassen.

Meine gespülten Sachen räumte ich gewissenhaft weg, während in meiner Hör- und Sichtweite ein weiterer Azubi geprüft wurde. Man könnte jetzt meinen, dass dieser auch etwas vergleichbares zubereiten musste aber weit gefehlt. Er stand vor einem Tisch mit 10 Obst- und 10 Gemüsesorten, die er erkennen musste. Als er die Banane erkannte, äußerte sich sein Prüfer, dass „ein Ossi damit ja sicherlich Probleme gehabt hätte, der hätte das vermutlich für eine gelbe Salami gehalten! Haha“.

Fassen wir die Situation in der Küche zusammen: Einer musste Rührei produzieren, ich einen Käsesalat und der Dritte im Bunde musste nur Obst und Gemüse benennen können. In welchem Universum wären diese Aufgaben vergleichbar? Davon mal ab, dass es in meinem späteren Beruf hauptsächlich um administrative Aufgaben gehen wird. Es wird nicht vorkommen, dass ich einen Salat zubereiten muss, dafür gibt es die Köche.

Den Serviceteil kann ich nur aus Erzählungen meiner Mitazubis beurteilen aber so musste einer wohl nur eine Schorle mischen, während bei anderen Weinservice oder das Eindecken eines 3-Gänge-Menüs abgeprüft wurde. Vergleichbarkeit auch hier nicht gegeben.

Nach der Prüfung mussten wir wieder in den Prüfungsraum, wo ein, wie sollte es anderes sein, noch ältererer weißer Mann die Berichtshefte kontrollierte. Über zwei Stunden lang. Sprechen war uns strengstens untersagt und mit dem Handy zu spielen war ebenfalls verboten.

Diese Prüfung dient in meinen Augen nicht dazu, zu überprüfen, was der Azubi kann. Eigentlich soll sie für den Betrieb eine Möglichkeit sein, zu sehen, wie weit der entsprechende Azubi ist aber wie realistisch ist dieses Bild, wenn die Prüfung so weit von der Praxis entfernt ist wie die Erde vom Mars?

Diese Prüfung hat für niemanden einen Mehrwert als für die Prüfer, die sich wohl stark und mächtig vorkommen, wenn sie wie Dementoren die Freude, Motivation und das Selbstbewusstsein aus den Azubis heraussaugen. Alle beschweren sich über den Fachkräftemangel aber ganz ehrlich, wenn SO mit jungen Menschen, die diesen Beruf erlernen wollen, umgegangen wird, ist dies kein Wunder. Ich habe im ersten Jahr einen Schnitt von 1,2 gehabt und war damit eine der besten meines Jahrganges und mir ging es mies nach dieser Prüfung. Obwohl mir bewusst war, dass sie nicht in die Abschlussnote zählt und trotzdem hat es einige Zeit gedauert, eh ich mir wieder bewusst machen konnte, dass ich gut bin, in dem was ich da tue. Ich bin eine gute Gastgeberin und dafür ist völlig irrelevant, ob ich einen bayerischen Käsesalat zubereiten kann oder eben nicht.

Heute kam der Brief mit den Ergebnissen und obwohl die Prüfung für mich so mies lief, bin ich mit meinen 191 von 300 Punkten und damit einer 4+ im Schnitt immer noch 23 Punkte besser als der Durchschnitt. Und das obwohl es eben auch Aufgaben wie das Mixen einer Schorle oder das Benennen von Gemüse gibt. Diese Prüfung ist ein Witz. Entweder man macht sie vergleichbar für alle oder man lässt es gleich sein. Liebe IHK, warum findet dieser Witz statt? Dient er wirklich dazu, uns Azubis aufzuzeigen, dass wir nur der Dreck unter den Fingernägeln der Festangestellten sind? Soll sie dazu dienen uns abzuschrecken? Wie soll sich jemand fühlen der diesen Beruf gewählt hat, frisch von der Schule kommt und nicht die Erfahrung einer Gastrofamilie mitbringt? Diese Prüfung bricht Menschen, ohne jede Rücksicht, ohne jeden Zweck. Sie ist ein Witz und dient nur dem Ego von alten weißen Männern.

Man könnte jetzt sagen, ich überspitze oder echauffiere mich, weil ich mich ungerecht behandelt fühle aber warum sollte ich? Ich weiß, dass ich gut bin. Von meinem Betrieb habe ich ausschließlich gutes Feedback, Stammgäste fragen expliziet nach mir und ich werde Coronabedingt der Branche eh den Rücken kehren (müssen). Mich kotzt es nur an, dass diese „Prüfung“ dazu verwendet wird, junge Menschen zu demotivieren, indem man ihnen abspricht, etwas zu können. Diese Prüfung sollte für alle gleich sein und nein, damit meine ich nicht, dass die komplette Gastro eine Prüfung benötigt. Aber wie wäre es, wenn jeder Systemgastronom eine Prüfung speziell auf die Systemgastro abgestimmte, Hotelkaufmann eine hotelkaufmännische und jeder Restaurantfachmann eben eine auf seine Branche abgestimmte Prüfung ablegt. Es kann nicht sein, dass die Zwischenprüfung mit der Abschlussprüfung rein gar nichts zu tun hat!

Ich fordere vergleichbare, faire Zwischenprüfungen ohne jeden Sexismus, Rassismus und ohne jedes Psychospielchen. Ich finde im Jahre 2020 sollte das eine Selbstverständlichkeit sein aber vielleicht ticken die Uhren in Bayern ja tatsächlich etwas anders. Ich werde weiterhin den Käsesalat nach dem Rezept meiner Mutter zubereiten, mit selbstgemachter Mayonaisse, und meine Vinaigrette ist und bleibt großartig, da kann der alte weiße Mann noch so sehr meckern.

Die IHK hat ihren Auftrag nicht erfüllt und möglicherweise war mir eine Bewertung noch nie so egal, wie diese und vielleicht sollte die IHK mal ihr Prüfkonzept überdenken, denn so gewinnt man ganz sicher keine Fachkräfte – aber vielleicht will man das auch gar nicht. Vielleicht fühlt man sich wohl in der guten alten Zeit, in einem elitären Club von Chauvinisten und Ewiggestrigen, die Angst vor einer modernen, gleichberechtigten Zukunft haben.

Wie ich mir stattdessen eine Zwischenprüfung wünschen würde, könnt ihr hier lesen.

#SchuleAberSicher

Während mein Hotel alles dafür tat, dass die wenige Gäste, die kamen, sicher bei uns bleiben konnten, gehe ich jeden Dienstag mit Bauchschmerzen in die Berufsschule. Dies soll ein subjektiver Vergleich sein. MEIN Hotel mit MEINER Berufsschule. Jede andere Schule, jede andere Gastronomie- bzw. Hotellerie Einrichtung kann anders sein.

Mein Hotel hat vor der Schließung investiert. So stehen in der Lobby und im Restaurant jeweils ein Luftfilter. In der Schule? In der Schule frieren wir uns von Woche zu Woche mehr den Arsch ab, während wir in der Zugluft sitzen und 10h lang nicht aus unseren Winterjacken kommen. Doch auch in denen wird uns langsam kalt. Die Lehrer nehmen die Beschwerden genervt und entschuldigend hin. Was sollen sie auch Anderes tun.

Bereits vor der Pandemie wurde im Hotel jede Toilette jede Stunde einmal kontrolliert. Es wurde standartmäßig kontrolliert, ob genug Seife und Papiertücher vorhanden sind. Außerdem gab es schon vor Corona auf jeder Toilette im öffentlichen Bereich einen Desinfektionsspender. Und wie sieht es in der Schule aus? Die Hygiene hat sich nicht verbessert. Wenn man Glück hat, gibt es um 10 Uhr noch Seife, womit man sich dann mit eiskaltem Wasser die Hände waschen kann. Desinfektionsspender auf den Toiletten? Wovon träume ich Nachts? Es gibt genau 3 Stück. Einen beim Raucherausgang und zwei beim Haupteingang. Für 2500 Schüler und entsprechend viele Lehrkräfte. Für 850 Menschen gibt es also einen Spender, der meist schon nach der ersten Stunde leer ist. Wobei bei uns Schülern sich die Schnüffelprobe etabliert hat. Was wird dieses Mal im Spender sein? Essig oder doch Alkohol? Man könnte die natürlich auch auffüllen sobald sie leer sind. Aber natürlich nicht, wenn die Tagesration verbraucht ist. Im Hotel wurden 30 neue Desinfektionsspender in den öffentlichen Bereichen installiert, so dass es im gesamten Haus ca. 50 Stück gibt. Bei einer Maximalbelegung von jedem 2. Zimmer und voller Mitarbeiterstärke, die man ja nicht braucht, wenn man nur jedes 2. Zimmer vergibt, dürften sich maximal 500 Menschen im Hotel aufhalten. Damit müssten sich 10 Menschen einen Desinfektionsspender teilen. Zehn nicht 850 Menschen. Aber die Schulen sind sicher.

In der Schule sitzen wir mit 30 Leuten in einem Raum, der so groß wie 2 Hotelzimmer ist. In 2 benachbarten Zimmern würden, wenn wir geöffnet hätten, maximal vier Personen Platz finden. Vier nicht 30 Schüler und ein Lehrer. Was macht also den Unterschied? In der Schule tragen wir ja alle ganz brav Maske. Außer natürlich wir haben Durst oder Hunger. Dann setzen wir sie natürlich ab. Geht ja auch schlecht mit Maske. Im Hotel trugen wir durchgängig Maske. Essen und Trinken war nur allein erlaubt. Zum Essen wurden sich Timeslots in der Mitarbeiterkantine a 15 Minuten vergeben. Auch hinter Plexiglasscheiben trugen wir Masken. UND trotz Allem hielten wir Abstand zueinander. An der Rezeption war nur der erste und letzte Platz besetzt. Der Abstand zwischen diesen Plätzen? Fünf Meter. In der Schule sind die Tische so eng, dass man kaum ohne eine Berührung mit dem Sitznachbarn schreiben kann. Arbeitsblätter werden rumgereicht. Im Hotel haben wir dem Gast eine desinfizierte Schlüsselkarte beim Check-In. Checkte er aus, warf der Gast die Karte in einen Behälter mit Desinfektionsmittel. Auch die Stifte wurden nach jeder Verwendung desinfiziert. In der Schule werden sie munter durchgereicht. Irgendeiner hat immer sein Schlampermäppchen vergessen.

Mein Betrieb hat alles getan, um Menschen zu schützen und darf nun nur Geschäftskunden empfangen, was bei vielen Häusern nichts anderes als eine angeordnete Schließung darstellt. Mir fehlt das Verständnis. Ich WILL Menschen schützen, begebe mich aber jeden Dienstag in die Gefahr. Ich fühle mich weder wohl, noch sicher an dieser Schule. Die Nacht vorher kann ich kaum einschlafen. Was, wenn ich mich dort anstecke? Werde ich dann überhaupt getestet? Wir alle müssen zusammenhalten in dieser schweren Zeit aber eben auf Distanz. Gerade wir Menschen, die volljährig sind, wird unsere Mündigkeit abgesprochen. Kann ich nicht selbst einschätzen, ob ich am Präsenzunterricht teilnehmen muss? Die Politik setzt doch so gern auf Eigenverantwortung. Warum nicht in diesem Bereich?! Nochmal: ich rede hier über Berufsschulen und vielleicht noch höhere Klassen. Natürlich ist das bei Grundschülern eine andere Geschichte. Aber stellt euch vor: alle Berufsschulen und alle Oberschulen hätten zumindest ein Wechselmodel. Wie leer könnten die öffentlichen Verkehrsmittel sein?

Jeder, der mir erzählen will, dass die Schulen sicher sind, soll mir bitte erklären, wie mein Betrieb, der zig tausende von Euro in die Hand genommen hat und alles getan hat, um die Gäste zu schützen, es nicht sein kann. Was macht ein Hotel so viel unsicherer als eine Schule? Hätte ich die Wahl, ich würde in jedes Hotel Deutschlands marschieren aber keine einzige Schule betreten.

Warum werden wir dieser Gefahr ausgesetzt, wenn viele von uns laut IHK die verpasste Zeit eh nachholen müssen? Nachholen können wir doch nur, wenn wir körperlich und psychisch einigermaßen gesund aus dieser Krise hervorgehen und das sehe ich nicht. Wir haben die Plattformen, überlasst es den Schulen, den Lehrern und vor allem den Schülern, ob wir sie nutzen wollen.

Bitte!

Ein ganz normaler Tag in der Berufschule

Wie ihr bereits wisst, mache ich eine Ausbildung zur Hotelkauffrau und bin im 2. Ausbildungsjahr. Das heißt, ich habe jeden Dienstag, außerhalb der Ferien, Schule. Und dorthin nehme ich euch heute mit. Ich hoffe, ihr habt euch warm angezogen.

Der Tag beginnt mit dem Einsteigen in die Bahn um 5:59 Uhr. Ich verfluche mich innerlich ein bisschen, weil ich weder Handschuhe noch Mütze dabei habe. Ich friere jetzt schon. Wie soll das acht Stunden im Klassenraum werden? Die Pendlerphase beginnt langsam und so versuche ich immer einen der wenigen Einzelplätze zu ergattern. Meistens sind sie schon belegt. Es haben eben auch andere diese Idee. Die Masken sitzen – zumindest mehr oder weniger gut. Es wird gegessen und Kaffee getrunken. Ich hole mein Strickzeug raus und versuche, das ungute Gefühl, welches die immer voller werdende Bahn bei mir verursacht, zu ignorieren. Ein Podcast auf den Ohren zur Ablenkung.

Nach den obligatorischen 10min Verspätung hetzte ich zur S-Bahn. Zu spät zu kommen, würde bedeuten, sich im Sekretariat melden zu müssen, einen Verspätungszettel abzuholen und auszufüllen und so noch später zu kommen. Die Logik dahinter verstehe ich nicht aber es wurde ja schon immer so gemacht… In der letzten Sekunde erwische ich sie und fühle mich, wie eine Sardine in der Büchse. Wobei… Die Sardine hat es hinter sich. Bei mir kommt im schlimmsten Fall der Horror erst noch.

Ein kurzer Weg zur Berufschule. Im Eingang stehen 2 von 3 Desinfektionsspender für 2500 Schüler. Ich betätige den Hebel und schnuppere an meinen Händen. Ah! Heute werde ich also wieder nach Salatdressing riechen. Der Alkoholgeruch von letzter Woche war irgendwie angenehmer. Aber keine Zeit darüber nachzudenken.

Die Schule ist laut und voll. Ich muss in den vierten Stock. Ich trage ein bekanntes Schaltuch mit FFP3-Filter. Mein Stück gefühlte Sicherheit, die doch sehr trügerisch ist. Im zweiten Stock biege ich kurz ab und gehe auf Toilette. Nicht weil ich mal müsste, nein, ich kann einfach nicht mehr. Das Atmen fällt darunter bei Anstrengung eben doch etwas schwerer. Aber weiter gehts und so komme ich um 7:55 Uhr vor dem Klassenzimmer an. Es warten bereits 25 meiner 31 Mitschüler vor dem Klassenraum. Hier wird sich umarmt, weil sie ja die Maske tragen, gegessen und getrunken. Und ganz ehrlich?! Ich kann die Umarmungen nicht verurteilen. Sitzen wir doch alle gleich in einem kleinen Raum ohne jeden Abstand – da macht das auch keinen wirklichen Unterschied.

Die erste Stunde beginnt. Unsere Klassenleiterin freut sich, dass wir endlich die Zugänge für Teams bekommen haben, die seit September in Bearbeitung warum. Warum man das nicht früher gemacht hat? „Das macht ’ne Fremdfirma, da kann das schon mal dauern.“ Die Lehrerin will uns zeigen, wie die App funktioniert und stattdessen erklären wir es ihr. Aber das ist nichts neues für uns. Das haben wir letztes Jahr schon bei der alten Lernplattform gemacht und auch dieses Jahr, wo die Lernplattform erneuert wurde, mussten wir Nachhilfe leisten. Der Arbeitsauftrage lautet: „arbeitet an euren Referaten. Die müssen vor Weihnachten fertig sein.“ Mein Referat über Sherry ist aber schon seit 2 Wochen inklusive Powerpoint und Handout fertig. Also packe ich mir Kopfhörer auf die Ohren und stricke an meinen Socken weiter. Eine Socke pro Berufschultag ist so das Ziel und wird meist locker erreicht.

Winterjacke und Strickzeug – während man nichts lernt

In der nächsten Stunde soll es um Betriebswirtschaft gehen, es wird sehr ausführlich besprochen, was in der Schulaufgabe in der folgenden Woche geschrieben werden soll. Die einfach Antwort: alles. Ein „alles“ was über 45min gezogen wird. Aber hey, mehr Zeit zum Stricken.

Nach Betriebswirtschaft geht es mit Hotel und Service weiter. „Arbeitet an euren Referaten weiter. Eine Woche vor Weihnachten, will ich sie hören.“ Ihr ahnt es schon. Das Referat zur Konservierung von Fisch ist seit letzter Woche fertig. Also Kopfhörer und stricken.

Eine weitere Stunde Betriebswirtschaft steht auf dem Plan und so wird die Kalkulation noch einmal wiederholt. Ein Arbeitsblatt – 10 Aufgaben und auch die sind wieder in 10 Minuten gemacht. Ihr ahnt es schon: Zeit zum Stricken.

Nach Betriebswirtschaft haben wir 45min Pause. Wie auch während der kompletten Unterrichtszeit wird gegessen und getrunken. Die meisten setzen die Maske diese Zeit dauerhaft ab. Ich gehe zur Toilette, in der Hoffnung, dass es warmes Wasser gibt. 4h bei 14 Grad in einem Klassenzimmer im Durchzug zu sitzen, ist nicht gerade ein Sommerurlaub. Auf dem Klo werde ich bitter enttäuscht. Ich hätte es nicht für möglich gehalten aber das Wasser ist kälter als meine Hände. Jedesmal, wenn ich etwas Esse oder trinke habe ich ein ungutes Gefühl. Die Schülerin hinter mir, verkündet fast schon stolz, dass sie seit letzten Montag auf ihr Testergebnis warte. Das Gesundheitsamt und der Schulleiter hätten aber gesagt, dass sie kommen muss. Da schmeckt mir mein Käse-Schinken-Brötchen gleich doppelt gut.

Nach der Pause geht es mit Englisch weiter. Die ältere Dame startet mit einer heftigen Hustenattacke, die sie auf die Zugluft schiebt. Wir lernen, dass Innereien immer nach dem Tier benannt werden zum Beispiel Schweineleber ist pig liver. Adverbien werden wiederholt und lerntechnisch ist das, das Highlight des Tages.

Vor Politik schieben alle Panik. Wir schreiben eine Schulaufgabe über das Grundgesetz, die Bundesrepublik und die Gewaltenteilung. Ich drehe das Blatt um, und mir prangt eine Deutschlandkarte zu. „Ordnen Sie die Nachbarländer Deutschlands richtig zu: Schweiz, Tschechien, Niederlande, Dänemark, Luxemburg, Polen, Frankreich, Österreich. (9 P)“ Gedanklich frage ich mich, wo ich hier gelandet bin und ob irgendwo eine versteckte Kamera auf mich wartet. Auch die verbliebenen Aufgaben mit insgesamt 21 Punkten sind schnell und sicher erledigt und so gebe ich nach 15min das Blatt ab und kann draußen kurz eine Runde gehen, um mich aufzuwärmen. Mittlerweile habe ich das Gefühl zu zittern. Und das trotz der Strumpfhose unter der normalen Hose, trotz des Tops, des Tshirts, des Pullis und der dicken Jacke.

Nach Politik folgt Deutsch. In diesem Fach bekommen wir den Arbeitsauftrag bis zu den Weihnachtsferien einen schönen Flyer zu erstellen. Ich schüttele wieder innerlich den Kopf und es folgt, was kommen muss: Kopfhörer und Strickzeug.

Als letztes für den Schultag folgt Ethik. Wir schauen uns eine 12minütige Doku über Glücksspielsucht an und es folgt ein, wie sollte es anders sein, ein Referat über selbige. Ich darf auch demnächst mein Wissen über die Smartphonesucht zum Besten geben. Aber wenn wir in dem Tempo weitermachen vermutlich kurz vor den Sommerferien.

Danach geht es nach Hause. Noch viel vollere Bahnen erwarten mich und so bin ich froh, wenn ich um 17:30 Uhr endlich zuhause ankomme und in die heiße Badewanne kann. Über 10 Stunden habe ich meine Winterjacke getragen und mir war wirklich, wirklich kalt.

Alles in allem bestand der Tag grob zusammengefasst aus vielen, vielen unnötigen Füllstunden, einer Schulaufgabe und ein bisschen interessanten Englischunterricht.

Liebe Politiker, liebe Behörden, liebe Schulen, liebe Kultusministerien: Wie könnt ihr das rechtfertigen?! Den Englischunterricht hätte man super über Teams abhalten können, die Referatsvorbereitung geht super zuhause und das, ohne das der Lehrer irgendwas tun müsste. Gut, die Schulaufgabe… Dafür habe ich keine Lösung. Aber auch Unis haben Prüfungen ohne Anwesenheit geschrieben. Es geht, wenn man nur will. Ich riskiere mein Leben und das vieler anderer, wenn ich in die Schule gehe, während mein Betrieb und die meiner Mitschüler praktisch stillgelegt sind. Ich wage zu bezweifeln, dass die Ansteckungsquote in Hotels deutlich geringer ist, als in der Schule. Denn diese haben Hygienkonzepte. Und die Schule? Die Schule hat eine wunderschöne Ampel, die von Beginn an auf Gelb steht. Nur haben sich die Zahlen in dieser Zeit versiebenfacht.

Ich appelliere an Sie: Setzen Sie die Präsenzpflicht aus. Für alle Klassen. Eltern sollten selbst entscheiden können. Die Schulen könnten Betreuungsangebote schaffen. Die größeren Schüler können super zuhause lernen, ohne sich dem Risiko einer Ansteckung auszusetzen oder sich den Arsch abzufrieren. Wenn Schule so wie bei mir aussieht, raubt einem das jede Motivation. Dafür setze ich mein Leben aufs Spiel? Für ein paar Referate über Sucht, Fisch und Alkohol?! Das kann doch nicht Ihr ernst sein! Die Schüler, die zuhause blieben, säßen auch nicht in den Bahnen. Weniger Menschen in der Bahn bedeutet weniger Ansteckung in den Öffis.

Wenn ich einen meiner Lieben wegen einem Fisch-Vortrag in Lebensgefahr bringen würde, könnte ich mir das nie verzeihen. Ich bitte Sie, ziehen Sie die Notbremse. Es müssen individuelle Lösungen her aber warum haben Sie Millionen und noch mehr Millionen in Lernplattformen investiert, wenn diese nicht genutzt werden? Wie soll es im Winter bei Minusgraden werden? Muss ich mir jetzt Thermounterwäsche kaufen und von wem bekomme ich das Geld erstattet? Was ist mit Arbeitsschutzbedingungen.

Setzen Sie die Präsenzpflicht aus. Kein Wissen dieser Welt, kann das Schuldempfinden lindern, falls man jemanden umgebracht hat, weil man die Schule besucht hat. Es gibt genug Wege Wissen zu vermitteln und zumindest an meiner Schule wünschen sich das auch die Lehrer.

Machen Sie die Schulen dicht. Wenn wir sterben, leidet auch die Wirtschaft von morgen darunter.

Den Unterschied zwischen Präsens und Präsenz zu lernen ist gar nicht schwer und Zuhause gut möglich. Jedenfalls leichter als selbst zum Präteritum zu werden. Oder unsere Lieben.